Persönlichkeit

Gedanken über unsere Persönlichkeit und Persönlichkeitstypen sind mindestens so alt wie die Philosophie. Die Lehren der großen alten griechischen Denker Sokrates, Platon und Aristoteles beschäftigen sich in unterschiedlicher Weise mit diesem jederzeit aktuellen Thema. Aus dieser Zeit stammt auch die erste bekannte Typenklassifikation, die „Temperamentenlehre“ des Hippokrates.

 

Sigmund Freud war bekanntlich derjenige, der die Psyche des Menschen dem wissenschaftlichen Denken und Forschen öffnete. Bis dahin hatte menschliches Verhalten den Gesetzen von Vernunft und Rationalität zu folgen - bis natürlich auf die Liebe, die von den Romantikern quasi als „Festung des Herzens“ eisern verteidigt wurde. Mit der Etablierung der Psychologie als eigenständige Wissenschafts-Disziplin im 20. Jahrhundert haben sich dann auch immer wieder Forscher mit der Persönlichkeit des Menschen beschäftigt. Daraus entstanden die verschiedensten Theorien und Persönlichkeitstypologien, von denen das Modell der „Big Five“ das zurzeit Bekannteste und wissenschaftlich Anerkannteste ist.

 

Wer sich ausführlicher über die „Big Five“ der Persönlichkeitstheorie informieren möchte (nicht zu verwechseln mit den ebenfalls als „Big Five“ bezeichneten fünf Großtierarten, denen man bei einer Afrika-Safari begegnen möchte), den verweise ich auf die ebenso verständliche wie übersichtliche Erläuterung in Wikipedia. Für das Folgende reicht es zu wissen, dass es sich bei diesem „Fünf-Faktoren-Modell“ um das Resultat einer breit angelegten psychologischen Untersuchung zu Persönlichkeitsmerkmalen in menschlichen Populationen handelt. Im Ergebnis legte man zur Beschreibung unterschiedlicher Persönlichkeiten die folgenden fünf Parameter fest: Extraversion, Offenheit für Neues, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus (letzteres u.a. mit „emotionaler Labilität“ übersetzt).

 

Ich finde jedoch diejenigen Persönlichkeitstheorien überzeugender, die den individuellen Eigenschaftsmix, der unsere Persönlichkeit ausmacht, anhand von verschiedenen, so genannten „bipolaren Dimensionen“ zu beschreiben und erklären versuchen. Konkreter: Wir schwanken in mehreren Bereichen zwischen gegensätzlichen menschlichen Grundbedürfnissen, die unser Fühlen, Denken und Handeln bestimmen. Einige Menschen haben im Laufe ihres Lebens stark eingeengte Bedürfnisbefriedigungs-Muster entwickelt, während andere eine Balance versuchen, die situationsabhängig mal zur einen, mal zur anderen Seite ausschlägt.

 

Psychologen, Soziologen, Biologen, Anthropologen und die all diese Disziplinen verbindenden Entwicklungswissenschaftler kommen zu teils unterschiedlichen Bedürfnis-Kategorien, um mit Hilfe bipolarer Dimensionen Persönlichkeiten zu erfassen. Wenn man diejenigen Kategorien herausfiltert, die am häufigsten genannt werden und sich auch in den Faktoren der „Big Five“ wiederfinden, scheinen die folgenden Bedürfnis-Gegensätze besonders prägend für unsere Persönlichkeit zu sein:

  • Extraversion vs. Introversion
  • Veränderung vs. Stabilität
  • Autonomie vs. Bindung
  • Kooperation vs. Konkurrenz

 

Über die linke Navigationsspalte finden Sie nähere Erläuterungen zu den einzelnen Gegensatzpaaren der menschlichen Bedürfniswelt.

 

Lache das Leben an, vielleicht lacht es zurück!

(Jean Paul)